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Ngā mihi Laingholm! – Vielen Dank Laingholm!

Meine Zeit in Laingholm neigt sich leider schon langsam dem Ende zu. Deswegen möchte ich hier nochmal meinen Aufenthalt an der Laingholm Primary School reflektieren und besonders auf die Schwerpunkte Sozialverhalten und Sportunterricht eingehen.

Schonmal vorab: das Praktikum hat mich sowohl persönlich als auch beruflich einiges gelehrt. Ich bin mehr als dankbar die Gelegenheit bekommen zu haben, in das neuseeländische Schulsystem und vor allem auch in die neuseeländische Kultur reinschnuppern zu dürfen. Ein ganz besonderer Dank an meine herzliche Gastfamilie, die meinen Aufenthalt in Neuseeland nicht nur erleichtert, sondern auch auf wunderbare Weise bereichert hat!

Eine Sache, die ich besonders aus Neuseeland mit nach Deutschland mitnehmen möchte, sind der Fokus auf das Sozialverhalten. Dies wird besonders deutlich an den Schulwerten: Honesty, Excellence, Aroha, Respect and Trust. Wenn man die ersten Buchstaben dieser Werte zusammenfügt ergibt sich das englische Wort „heart“. Dieses spielt im Leitbild eine große Rolle: „Our values, the heart of all we do.“ Verdeutlicht wird dies nochmal in der wöchentlich gehaltenen Schulversammlung (school assembly). Dort stellt die jeweilige Klasse, welche auch die Schulversammlung vorbereitet, den jeweiligen Wert der Woche vor. Denn jede Woche ist einem speziellen Wert zugeteilt. Demnach wird dort kurz besprochen, was man unter dem Wert versteht und wie man diesen gegenüber seinen Mitmenschen zeigen kann. Die Schulwerte sind auch auf einem großen Plakat an der Schule gut sichtbar angebracht. Dies kannst du auf dem folgenden Foto sehen. Das Einhalten der Werte wird vor allem mit positiver Verstärkung unterstützt. So gibt es zum Beispiel die Tradition einem Kind, welches man bei einer guten Tat gesehen hat, ein „caught being fantastic“ auszuhändigen. Dies ist ein kleines Stück Papier, auf welchem die Kinder ihren Namen schreiben. Diese Zettel werden in einer Box im Office gesammelt. Am Ende der Woche werden drei Zettel aus dieser Box gezogen und diese Kinder in der Schulversammlung gelobt.

Außerdem besonders hervorzuheben ist der Fokus auf Bewegung in der Schule. So startet der Morgen mit Sport für die Kinder. Das kann ein kurzes Training für cross country (das bedeutet meistens laufen, mobility & speed) oder jump jam sein. Jump Jam kann man sich wie eine Minidisco in einem All-inclusive-Hotel vorstellen: laute Musik, Kinderlieder aus verschiedenen Ländern und eine große Gruppe von Kindern, welche dazu tanzen. So ist es auch ab und zu mal vorgekommen, dass Pia und ich zu dem deutschen Lied „Schni Schna Schnappi, das kleine Krokodil“ auf dem Pausenhof um 9:00 Uhr frühs getanzt haben. Für Jump Jam gibt es sogar verschiedene Wettkämpfe zwischen mehreren Schulen. Außerdem gibt es deutlich mehr sportliche Wettkämpfe zwischen verschiedenen Schulen. So war ich beispielsweise bei einem Schwimmwettkampf, einem Cricket Turnier oder auch einem Cross-country Wettkampf dabei. Das Schuljahr hier ist in vier Terms aufgeteilt. Jedem Term davon sind verschiedene Sportarten zugeordnet. In Term eins waren es Schwimmen, Cricket und Crosscountry. Ziel dieser Wettkämpfe ist, dass Kinder so viele Sportarten wie möglich ausprobieren, um herauszufinden, welche ihnen am meisten Spaß macht. Die Neuseeländer würden sagen: „Just give it a go!“. Im Deutschen bedeutet das: „Probier es doch einfach mal aus!“.

Danke Laingholm für…

…. eine neue Perspektive wie Schule auch funktionieren kann.

…. ein tolles Lehrerkollegium, welches Pia und mich offen und wertschätzend aufgenommen hat.

… die tollen Abenteuer in der Natur, welche ich mit meiner Gastfamilie erleben durfte (Piha, Karekare, Pinnacles Hut (Coromandel), Takapuna und noch vieles mehr!)

… für die Gastfreundlichkeit sowohl in der Schule als auch in der Gastfamilie.