Am verlängerten Wochenende rund um den ghanaischen Nationalfeiertag am 6. März nutzten wir die Gelegenheit für einen Ausflug in den Norden des Landes – nach Larabanga und in den Mole Nationalpark. Von Sunyani aus machten wir uns früh morgens mit dem Bus auf den Weg. Die Fahrt dauerte ungefähr fünf Stunden und führte uns durch ganz unterschiedliche Landschaften. Unser erstes Ziel war Fufulso, genauer gesagt die Damango Junction, wo wir aus dem Bus ausstiegen.
Von dort ging es mit einem sogenannten Tro Tro weiter. Tro Tros sind hier in Ghana eines der wichtigsten Verkehrsmittel und werden von fast allen Menschen genutzt. Es handelt sich um kleine Busse oder Vans, die oft bis oben hin gefüllt sind. Man wartet einfach, bis genug Menschen eingestiegen sind, und dann fährt der Bus los. Für uns war diese Fahrt eine typische ghanaische Reiseerfahrung – eng, laut, aber gleichzeitig sehr authentisch.
In Damongo angekommen, wurden wir von unserem Host aus dem Hostel abgeholt. Er kam mit einem TukTuk, das hier meistens „Yellow Yellow“ genannt wird. Mit diesem kleinen Gefährt ging es schließlich die letzten Kilometer nach Larabanga. Nach der langen Anreise waren wir ziemlich müde und verbrachten den restlichen Tag damit, uns im Hostel auszuruhen und Kraft für die nächsten Tage zu sammeln.
Am nächsten Morgen ging es dann in den Mole Nationalpark. Unser Host fuhr uns dorthin und schon am Vormittag machten wir eine Walking Safari. Zu Fuß durch den Nationalpark zu laufen und dabei die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, war eine ganz besondere Erfahrung. Am Nachmittag folgte noch eine Drive Safari mit dem Jeep, bei der wir noch mehr vom Park sehen konnten. Dabei begegneten wir nicht nur anderen Volunteers aus verschiedenen Ländern, sondern auch vielen Tieren – unter anderem Elefanten, Warzenschweinen, Affen und Antilopen. Besonders beeindruckend war es, die Elefanten aus nächster Nähe zu sehen.
Den darauffolgenden Tag zeigte uns unser Host noch ein sogenanntes Eco Village, ein traditionelles Dorf in der Umgebung. Dort konnten wir einen Einblick in verschiedene lokale Traditionen und Handwerke bekommen. Besonders interessant war die Herstellung von Sheabutter, die in Ghana eine wichtige Rolle spielt und aus den Nüssen des Sheabaums gewonnen wird. Außerdem besuchten wir ein Taubenhaus und einen Herbalist, also eine Art traditionellen Heiler, der mit Kräutern und Pflanzen arbeitet. Spannend fanden wir auch die Bedeutung der Tauben in der lokalen Kultur: Sie werden oft an Menschen verschenkt, die einem besonders wichtig sind. Anschließend fuhren wir noch zur Moschee von Larabanga. Sie gilt als die älteste Moschee in Ghana und wurde bereits im Jahr 1421 erbaut. Das Gebäude ist im sudanesischen Lehmbaustil errichtet und gehört zu den bekanntesten historischen Orten im Norden des Landes.
Nach diesen erlebnisreichen Tagen machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg nach Sunyani. Die Reise war zwar lang, aber wir haben uns sehr gefreut, wieder „nach Hause“ zu unserer Gastfamilie zu kommen. Insgesamt war es ein wirklich tolles Wochenende – wir haben viel gesehen, viele neue Eindrücke gesammelt und wieder ein Stück mehr von Ghana kennengelernt.




