Sunyani

Sport am Bezaleel Educational Complex in Sunyani, Ghana

Die Hälfte meiner Zeit am Bezaleel Educational Complex in Sunyani, Ghana, ist inzwischen schon vorbei. Deshalb möchte ich euch heute einen kleinen Einblick in den Sportalltag an der Schule von Pia und Emmanuel geben.

„P.E.“ – also Physical Education – heißt hier der reguläre Sportunterricht, der fest im Stundenplan aller Klassen verankert ist. Doch Sport spielt am Bezaleel Educational Complex auch weit über den Unterricht hinaus eine große Rolle. Die Schule verfügt über einen geteerten Sportplatz, auf dem Basketball gespielt und Volleyballnetze aufgebaut werden können. Sowohl während des Unterrichts als auch in der Freizeit wird der Platz intensiv genutzt. Besonders freitags trifft man dort viele sportbegeisterte Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte an, die gemeinsam Basketball spielen. Am Nachmittag findet häufig auch Volleyball für die Lehrkräfte statt – immer mit viel Freude und Teamgeist.

Zusätzlich gibt es einen Raum mit einer Tischtennisplatte, die ebenfalls täglich genutzt wird. Lehrerinnen, Lehrer und Kinder liefern sich dort regelmäßig spannende Matches. Freitags kommt außerdem ein Tischtennis-Coach an die Schule, um den Kindern die Sportart näherzubringen. Einige Schülerinnen und Schüler sind inzwischen sogar Mitglied in einem Tischtennisverein geworden.

Da Sport auch für mich eine große Leidenschaft ist, habe ich mir überlegt, wie ich mich an der Schule einbringen könnte. So entstand die Idee, Handbälle und Trikots aus Deutschland mit nach Ghana zu bringen und den Kindern eine Sportart näherzubringen, die hier bislang kaum vertreten ist.

Seitdem steht jeden Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 15 Uhr Handball auf dem Programm. Teilnehmen dürfen die Klassen 3 bis 7 – insgesamt sind es etwas mehr als 20 Kinder. Gespielt wird auf der Wiese der Schule, auf der bereits zwei Tore vorhanden sind und sich perfekt nutzen lassen.

Zu Beginn standen vor allem Ballgewöhnung sowie erste Pass- und Fangübungen im Mittelpunkt. Da viele Kinder bereits Basketball spielen, konnten einige grundlegende Fähigkeiten schnell übernommen werden. Schritt für Schritt führten wir anschließend die wichtigsten Handballregeln ein – etwa die Drei-Schritte-Regel, die Drei-Sekunden-Regel oder den Sechs-Meter-Kreis als Sperrzone. Anfangs war das noch ungewohnt, doch von Training zu Training wurden die Regeln sicherer umgesetzt.

Mittlerweile entstehen richtige Spiele, bei denen die Kinder – und teilweise auch die Lehrkräfte – mit großer Begeisterung dabei sind. Es macht viel Freude zu sehen, wie schnell die Schülerinnen und Schüler Fortschritte machen und wie viel Spaß sie am gemeinsamen Sport haben.

Ich hoffe sehr, dass auch nach meiner Abreise weiterhin Handball gespielt wird und die mitgebrachten Handbälle und Trikots langfristig genutzt werden – sowohl im Sportunterricht als auch bei Spielen und Turnieren gegen andere Schulen.