Obwohl mein Praktikum an der Deutschen Schule in Ulaanbaatar erst am 20. August begann, ging es für mich bereits Ende Juli in der Mongolei und ich hatte das Glück, dass sich zwei Freunde von mir frei nehmen konnten und wir so zu dritt die Mongolei erkunden konnten.
Unser Plan im Westen der Mongolei war zum Tavan Bogd Nationalpark zu trekken, um dort den Pontaningletscher im Altaigebirge zu sehen. Also hatten wir noch einen Kocher, Wasserfilter, Zelt, Schlafsäcke und Isomatten dabei. Dazu kommt noch, dass die Informationen zu unserem Vorhaben und der Versorgungslage im Westen der Mongolei relativ karg waren. Also hatten wir auch noch Unmengen an Essen dabei und jeder von uns stieg mit ca. 7kg Trekkingnahrung, Porridge und Schokoladen im Handgepäck ins Flugzeug ein.
Nachdem wir nach acht Stunden in der Mongolei landeten, machten wir uns erstmal auf den Weg zu unserer Unterkunft, um ein bisschen Schlaf nach zu holen, denn in Ulaanbaatar ist es sechs Stunden früher als in Deutschland. Die folgenden zwei Tage verbrachten wir damit die Stadt und wichtigsten Museen anzuschauen, bis es für uns wieder zurück zum Flughafen ging, um unseren Inlandsflug Richtung Ölgii zu erwischen.
Nach zwei Stunden Flug kamen wir in Ölgii an. Wir nehmen uns ein Taxi in die Stadt, um dort einen Fahrer zu finden, der uns zum Fishing lake, dem Ausgangspunkt für unsere Wanderung, bringen kann. Von dort sind es noch ca. 40km zum Nationalpark und noch 15km mehr zum Gletscher. Wir haben eigentlich gedacht, dass wir erst an nächsten Tag loskommen, da wir nicht einschätzen konnten, wie kompliziert es wird einen Fahrer zu finden. Doch das Glück stand auf unserer Seite und wir fanden einen Fahrer der uns noch heute fahren konnte. Er kümmerte sich auch um die benötigten Genehmigungen. Wir brauchten eine Genehmigung für den Nationalpark und eine Genehmigung für die Grenzzone, da wir näher als 50km an der russischen Grenze sein werden. Bevor wir losfahren würden, hatten wir noch zwei Stunden Zeit für Besorgungen. Das Wichtigste war dabei Benzin für unseren Kocher zu finden. Allerdings war dies gar nicht so einfach wie gedacht, denn die Mongolei hat gerade einen massiven Benzinengpass, dass die Bewohner/innen teilweise nachts aufstehen, um sich vor einer Tankstelle anzustellen, sodass die Schlangen bis zu 100 Autos lang sind. Doch wir hatten Glück, dass wir nur einen Liter gebraucht haben und bei der dritten Tankstelle hatte ein Tankwart Mitleid mit uns und füllte unsere Flaschen auf.
Gegen Nachmittag machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg Richtung Fishing lake. Der erste Stopp kommt nach ca. fünf Minuten, wo wir den besten Freund des Fahrers noch einsammeln, der uns die Fahrt begleiten wird. Da der Hauptweg zu unserem Ziel gerade gesperrt ist, bogen wir bereits nach wenigen Kilometern auf eine Piste ab, welche tendenziell immer schlechter wird. Die Kommunikation zwischen uns war spannend, da das Englisch der beiden Männer nicht das Beste war und unser mongolisch sich auf hallo und danke beschränkte. Dabei muss man sagen, dass das Gebiet in dem wir uns gerade befinden. Kasachisch ist. 95% der Einwohner sind hier Kasachen, weshalb hier viel mehr kasachisch als mongolisch gesprochen wird. Wir hatten trotzdem eine gute Zeit und unterhielten uns mit Hand und Fuß. Die Piste wurde tendenziell immer schlechter und manchmal wirken die beiden selber überrascht was das Auto alles schafft. Dabei war ihnen oft egal wie tief die Furt oder wie steil der Anstieg ist. Für die ca. 140km brauchten wir gute 5h und kamen um 22 Uhr an dem See an wo wir schnell unser Zelt aufschlugen. Wir machten mit unseren Fahrern aus, dass sie uns in 6 Tagen wieder hier abholen sollten.
Am nächsten Tag machten wir uns dann auf den Weg Richtung Gletscher. Unsere Rucksäcke wogen zwischen 20 und 30kg und wir freuen uns auf die Zeit die jetzt kommt. Schon die ersten Kilometer verzaubern uns und wir konnten uns an der Natur gar nicht satt sehen. Nach 2 Wandertagen kamen wir an dem Base Camp vom Nationalpark an. Wir hatten auf dem Weg Adler, Kamele, Pferde und Yaks gesehen und konnten gar nicht glauben was wir hier gerade erleben dürfen. Am Folgetag machten wir noch eine Tagestour zum Gletscher und waren auch dort von der Schönheit überwältigt, allerdings war es auch bedrückend zu sehen wie weit der Gletscher in den letzten Jahren zurückgegangen ist.
Am folgenden Morgen machten wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem ausgemachten Treffpunkt und kamen ein paar Tage später mit einem leichten Sonnenbrand, aber einzigartigen Erfahrungen wieder in Ölgii an.


