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Das wunderschöne Polen …

Wenn man über die Grenze von Deutschland nach Polen fährt, fallen einem zunächst kaum Unterschiede auf. Aufgefallen ist mir aber, dass die Backsteingebäude nicht in Frankfurt aufhören, sondern viel, vor allem im Norden Polen auftauchen. Z.B. das Postgebäude in Olsztyn sieht fast genauso aus wie in Frankfurt. Trotz dieser Ähnlichkeit weiß man, dass man sich in einem anderen Land befindet. Wahrscheinnlich ist es vor allem die Sprache, die einen zunächst fremd fühlen lässt. Aber auch die Gegebenheiten unterscheiden sich von zu Hause. Zebrastreifen z.B. sind hier sehr sicher. Man mus kaum darüber nachdenken, ob das Auto nun anhalten wird. Braucht man schnell etwas zu trinken oder zu essen, gibt es fast an jeder Ecke einen Żabka. Hat zwar nicht 24/7 offen, dafür aber auch am Sonntag. Den Laden findet man teilweise auch dort, wo man ihn nicht erwartet hätte.

Polen ist ein wunderschönes Land. Das hatte ich tatsächlich nicht erwartet. Wahrscheinlich weiß man in Süddeutschland nicht so viel über Polen, weil die meisten eher nach Italien oder Kroatien in den Urlaub fahren. Ich bin in Olsztyn, auf deutsch „Allenstein“. Eine Stadt in den Masuren, in denen es unzählige Seen, süße Städtchen und auch super Radwege gibt, die viel genutzt werden. Die Leute gehen hier auch gerne Segeln oder Angeln. Selbst die Kinder segeln schon. Im Süden wiederrum, ab Krakau und noch weiter runter, wird es hügeliger, bis man am mittleren unteren Zipfel Polens in die Tatra gelangt. Zwar ist die Tatra ein kleineres Gebirge, dafür sind die Berge sehr schroff. Manch ein Gipfel ist kaum zu erreichen. Hier hatte ich wunderbare Aussichten, auch in die Slowakei rüber. Auch Zakopane, ein beliebter Ort am Rande des Nationalparks, ist sehenswert. Es gibt schöne Holzkirchen und durch die Einkaufsstraße kann man gemütlich schlendern. Hier findet man auch den typischen geräucherten Käse. Besonders lecker war aber der Szarlotka (Apfelkuchen) auf der Berghütte. Die Pieroggen findet man überall in den verschiedensten Variationen. Hier findet jeder eine Variante, die ihm schmecken wird. Die polnische Küche hat viel zu bieten und ähnelt teils der deutschen. Auch hier wird gern Sauerkraut gegessen. Komplett neu für mich war eine Erdbeersuppe. Generell gibt es immer eine Suppe auf der Speisekarte. Und eine lieb gewordene Süßigkeit meinerseits ist Hąwa, das zur Hälfte aus Sesam besteht und sehr süß ist.

Fährt man weiter in den Norden nach Danzig, findet man eine schicke Hafenstadt, die von Touristen sehr beliebt ist. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, da die Innenstadt voller schöner Schmuckfassaden ist und die Ostsee direkt in der Nähe ist. Auch wenn diese meist kalt ist, ist ein Spaziergang am Strand doch immer etwas Wohltuendes. Manch einer war sogar noch Ende September in der Ostsee. Besonders hier sieht man viele geschichtlich geprägte Orte, die die deutsche mit der polnischen vereint. Leider ist Polen auch häufig der Schauplatz im zweiten Weltkrieg gewesen. In Danzig selbst, an der Westerplatte begann der Krieg, indem deutsche Soldaten von einem Schiff, den Hafen beschossen. An manchen Hausfassaden sind noch deutsche Ladennamen von damals zu sehen und auch an anderen Orten in Polen spürt man die deutsch-polnische Geschichte.

Insgesamt ist Polen ein sehr schönes, kulturreiches und spannendes Land. Ich habe hier noch längst nicht alles gesehen und werde sicher wieder herkommen.