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Sensation Namibia

Namibia ist ein unglaublich abwechslungsreiches und wunderschönes Land. Wer Lust auf einen abenteuerlichen Roadtrip hat, ist hier genau richtig. Bereits durch eine 7-tägige Reise durch das Land kann man erahnen wie vielfältig die Natur, sowie die Tierwelt, sein müssen. Es gibt grundlegend zwei verschiedene Wege das Land zu erkunden: eine geführte Reise mit einem Guide oder einen Leihwagen zu mieten. Wir hatten uns für Zweiteres entschieden und waren sehr zufrieden damit. Man ist viel flexibler, kann dann und dort anhalten wo man will und kann sich die Zeit für verschiedene Sehenswürdigkeiten selbst einteilen. 

Unsere Reise führte uns von Windhuk, wo wir über EuropCar unseren Toyota mieteten, zuerst zu Sossusvlei und Deadvlei. Ganz unkompliziert fährt man direkt auf das Sossusvlei zu, parkt das Auto, bezahlt den Eintritt und wird dann von einem Guide zu den einzelnen Orten gebracht. Das Deadvlei mit den 900 Jahre alten, abgestorbenen Bäumen ist sicherlich der Bekannteste davon. Für das Wüstenfeeling und eine Stille, die man sonst nie um sich herum erlebt, lohnt sich der Weg in den Süden auf jeden Fall. 

Am nächsten Morgen ging es bereits zum Sonnenaufgang weiter nach Swakopmund, wobei wir einen kurzen Zwischenhalt in Walvis Bay machten. Nach circa 6 Stunden waren wir dort angekommen und wurden mit dem Anblick von Flamingos im belohnt. Normalerweise dauert die Strecke nicht ganz so lange, jedoch sieht man immer wieder Tiere wie Gnus, Straußen, Affen, Oryx-Antilopen und Pumbas. Kurz anzuhalten, um die Wildtiere zu beobachten, macht die Reise durchs Land so besonders. Jede Fahrt fühlt sich daher wie eine Mini-Safari an.

In Swakopmund fiel uns direkt der immer noch sehr deutliche deutsche Einschlag auf: deutsche Hotelnamen, Straßennamen, Geschäfte und sogar Brauhäuser mit deutscher Küche. Dort kann man auch zum Baden ins Meer gehen, jedoch ist das Wasser sehr kalt und zumindest an diesem Tag war es sehr bewölkt und regnerisch.

Danach ging es zurück ins Innere des Landes, zur Spitzkoppe. Nachdem wir bereits einen Eindruck über die Wüste und die Küste bekommen haben, wollten wir auch die Berge einmal von Nahem sehen. Die riesigen Berge dort lassen einen Staunen und wirken, als ob die einzelnen Felsen bewusst gestapelt worden wären. Wir haben gerätselt, wie diese einzigartige Landschaft entstanden sein könnte, sind jedoch zu keinem Ergebnis gekommen. Zwischen den Felsen leben Klippenschliefer, welche wie kleine Murmeltiere aussehen, aber auch andere Tiere wie bunte Eidechsen und verschiedene Vögel leben dort. Man fährt einfach eines der dort ansässigen Camps an, bezahlt den Eintritt und fährt mit dem Auto durch die Gegend. Man kann an bestimmten Plätzen parken und auf die Felsen steigen, um die Aussicht zu genießen. Auch geführte Wanderungen werden hier angeboten, jedoch starten einige davon bereits früh morgens. Eine weitere Besonderheit der Spitzkoppe sind die Höhlenmalereien. Dazu fährt man zum „Little Bushman‘s Paradise“ zwischen den zwei großen Bergen und lässt sich von einem Guide die Geschichten hinter den Malereien erklären. Natürlich gibt man dann etwas Trinkgeld und bedankt sich für die circa 5 minütige Führung. 

Unser letzter Stopp sollte noch einmal ein Highlight der Reise werden und so war es auch! Der Etosha Nationalpark mit seinen unzähligen Tierarten ließ uns erneut Staunen. Für eine Unterkunft innerhalb des Parks hatten wir leider viel zu spät angefragt, jedoch gibt es außerhalb der Gates ebenso Unterkünfte, in denen man bleiben kann. Wir hatten am Anreise Tag nur den Nachmittag im Park, wobei wir jedoch auch bereits sehr viele Tiere sehen konnten. Am nächsten Tag starteten wir um circa 8 Uhr am King Nahale Gate und klapperten zunächst ein paar Wasserlöcher ab, da sich vor allem morgens viele Tiere dort aufhalten. Tatsächlich konnten wir Elefantenherden, Zebras und Antilopen dort sehen und auch Giraffen sieht man immer wieder nahe der Straße. So nah an den Wildtieren zu sein fühlt sich surreal an, da man sie sonst nur aus Tierdokus oder Bilderbüchern kennt. Das Beobachten der Tiere, wie sie trinken, essen und miteinander interagieren ist daher wirklich etwas Einzigartiges! Den Eintritt zum Park bezahlt man immer am nächstgelegenen Camp und kann dann seine Fahrt fortsetzen. Was wir nicht wussten: es gibt keine Tankstellen im Park. Auch wenn diese auf der Karte eingetragen sind, mittlerweile sind alle geschlossen. Am ersten Tag hätten wir es deshalb fast nicht mehr bis zur nächsten Tankstelle außerhalb des Parks geschafft, weshalb ein voller Tank auf jeden  Fall sinnvoll ist! Der Tag und gleichzeitig auch unsere 1-wöchige Reise endete dann zufällig an einem Wasserloch, wo sich bereits 5 Autos versammelt hatten. Eine Herde Kudus stand wie versteinert am anderen Ende des Wasserlochs und sie tasteten sich nur langsam vor. Tatsächlich lag auf der anderen Seite ein Löwe unter einem Baum im Gras und schlief. Alle warteten gespannt darauf, dass er aufsteht, jedoch mussten wir dann leider bereits Richtung Ausgang fahren, da die Gates kurz darauf schlossen. 

Alles in allem war es eine wunderschöne Reise, durch die wir bereits viel von Namibia sehen konnten. Um noch mehr Eindrücke zu sammeln und den Süden, sowie den Norden, zu erleben, braucht man aber wahrscheinlich doppelt, wenn nicht sogar dreimal, so viel Zeit.