Anfang Februar startete mein Praktikum an der Green Bay High School in Auckland. Gerade mit meinem Staatsexamen fertig geworden, wollte ich nochmal etwas anderes sehen, bevor es dann im September ins Referendariat gehen würde. Mein erster Eindruck war, wow sind hier alle nett und wie anders ist bitte das Schulsystem. Der größte Unterschied war für mich, dass die Schüler*innen viel mehr Wahlmöglichkeiten bezüglich der Fächer haben und auch Fächer wie Fotografie, Mode und Design oder Tanzen wählen können. Außerdem hat jede/r Lehrer*in sein / ihr eigenes Klassenzimmer, in das die Schüler*innen kommen. Weitere Unterschiede im Vergleich zum deutschen Schulsystem sind, dass eine Schulstunde 60 Minuten dauert und dass der Unterricht nicht lehrwerkgebunden, sondern viel freier und digitaler abläuft. Besonders gut finde ich auch, dass jeden Montag und Freitag vor dem Unterricht Lehrerversammlungen stattfinden, bei denen alle über anstehende Termine und Besonderheiten informiert werden. Dabei herrscht immer eine total schöne und humorvolle Stimmung. Ebenfalls wöchentlich finden für alle Lehrer*innen Fortbildungen zu verschiedenen Themen statt, was meiner Meinung nach auch sehr sinnvoll ist.
In meinen ersten drei Wochen war ich hauptsächlich bei Nicole (Head of Department Languages) im Deutschunterricht dabei, die sich wirklich super um mich gekümmert hat und mich auch immer aktiv in ihren Unterricht eingebunden hat. Daneben war ich aber auch im Kochunterricht, im Maori-Unterricht und in den Klassen für Kinder mit geistiger und schwerer mehrfacher Behinderung dabei, dazu aber mehr in meinem zweiten Blogbeitrag. Außerdem habe ich immer einen Tag die Woche in der Grundschule nebenan verbracht und dort bei einer deutschen Lehrerin hospitieren und mithelfen dürfen. Auch das war eine tolle Bereicherung, weil ich hier unter anderem Kapa Haka (Lieder und Tänze der neuseeländischen Maori) und ein traditionelles Maori-Stockspiel (Tititorea) kennenlernen durfte.
Ein besonderer Höhepunkt in diesen ersten drei Wochen war der Carnival Day. Das ist ein Sport- und Spieletag, an dem die Schuluniformpflicht aufgehoben ist und die Schüler*innen stattdessen verkleidet in ihren Hausfarben (alle Schüler*innen werden zu Beginn der High School in der 9. Klasse einem von fünf Häusern zugeordnet) zur Schule kommen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und die besten Kostüme bekommen sogar einen Preis. Den ganzen Tag über finden Aktionen statt. Dazu gehören zum Beispiel Geschicklichkeitsspiele und eine Wasserrutsche, aber auch sportliche Wettkämpfe wie Staffelläufe. Das war wirklich ein besonderes Erlebnis.

Abseits der Schule kann man in Auckland, die wirklich eine sehr vielseitige Stadt ist, auch viel erleben. Hier prallen die Gegensätze von Hochhäusern und wilder Natur wirklich auf engstem Raum aufeinander. In den ersten Wochen war ich unter anderem auf Waiheke Island, beim Auckland Lantern Festival anlässlich des chinesischen Neujahrs und habe an zahlreichen wunderschönen Stränden und Buchten gebadet. Ich freue mich jedenfalls schon auf die kommenden Wochen und bin gespannt, was ich noch alles erleben werde.



