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Tischtennis trifft Safari – Ein außergewöhnliches Wochenende in Ghana

Es ist 5 Uhr morgens, die Sonne geht langsam auf, und in der Küche steht das Picknick bereits bereit. Es gibt Pizza. Die Praktikantinnen haben sie selbst gemacht. Das Gepäck wird schnell ins Auto geladen. Es ist kaum mehr Platz, denn alle Sitze sind belegt. Mit dabei sind die Schulgründerin, ihre drei Kinder, zwei Jugendliche, die noch auf dem Weg eingesammelt werden müssen, sowie zwei Praktikantinnen. Eine davon bin ich. Uns erwartet ein Wochenende voller Eindrücke: von der Schule außerhalb von Sunyani in idyllischer und einsamer Umgebung über das turbulente Tamale, die drittgrößte Stadt Ghanas, in der die Tochter der Schulgründerin an einem Tischtennisturnier teilnimmt, bis hin zum Mole-Nationalpark im Norden des Landes, der für seine große Elefantenpopulation bekannt ist.

Von der Schule aus fahren wir zunächst mit dem Auto in die Stadt, um einen Jungen einzusammeln, der ebenfalls am Tischtennisturnier teilnehmen wird. Ein weiteres Mädchen müssen wir erst finden, denn am ausgemachten Abholort ist sie nicht. Nach einem kurzen Telefonat fahren wir einen kleinen Umweg und holen sie zu Hause ab. Nun kann die Reise beginnen. Vorbei an zahlreichen Marktständen und Goldminen, durch zahlreiche Dörfer auf Straßen, die sich schon fast malerisch geradlinig in die Landschaft einfügen, durchgerüttelt von den Schlaglöchern, mit rotem Sand, der einem durch die offenen Fenster ins Gesicht fliegt, weil viele Straßen nicht geteert sind, kommen wir nachmittags in Tamale an. Das Hotel, in dem wir eigentlich übernachten sollten, war leider zu teuer, daher begeben wir uns auf die Suche nach einem neuen Hotel in der Stadt. Das wird durch den schlechten Handyempfang in der Stadt erschwert. Dabei fahren wir auf wacklige Straßen und werden mehrmals von Kühen oder überraschenderweise von einem Anwesen überrascht, das aussieht wie ein englisches Schloss. Schließlich entscheiden wir uns doch für das Hotel, in dem ich schon eine Woche zuvor in Tamale übernachtet hatte.
Ich bin nicht zum ersten Mal in der Gegend und bin trotzdem mitgekommen, um nicht auf dem Schulgelände zu bleiben. Von dort aus ist es am Wochenende nicht einfach, alleine etwas zu unternehmen. Das ist aber kein Problem, denn das Tischtennisturnier klingt spannend. Wir bringen also schnell unsere Sachen ins Hotelzimmer und dann geht es direkt zur Halle, in der es stattfindet. Dort herrscht bereits ein buntes Treiben und die Bälle fliegen nur so über die Platte. Es ist das erste Kennenlernen vor dem großen Turnier am nächsten Tag. Die Tochter der Schulgründerin ist mit Abstand die jüngste Spielerin, die meisten sind um die 20 Jahre alt. Das ist aber kein Problem, denn sie wird von allen als Nachwuchstalent unterstützt. Alle sind auch sehr freundlich zu uns Praktikantinnen. Ich werde sogar eingeladen, am nächsten Tag beim Turnier mitzuspielen. Dafür habe ich dann aber doch zu wenige Kenntnisse. Am späten Abend fahren wir von der Halle zurück zum Hotel. Die Fahrt dauert durch das Verkehrschaos über eine Stunde. Unterwegs halten wir noch kurz für eine Essenspause an einem Restaurant an der Straße an.

Am nächsten Tag geht es ganz in der Früh ohne Frühstück zum Tischtennisturnier. Wir sind bereits um 6:30 Uhr dort und warten noch eine Stunde, bis es losgeht und die Startkarten vorgelesen werden. Die Tochter der Schulgründerin spielt mehrere Spiele, und wir sind sehr gespannt und drücken ihr die Daumen. Bis sie an der Reihe ist, dauert es eine Weile, aber das ist kein Problem, denn es gibt viel Spannendes zu sehen. So trägt zum Beispiel einer der besten Spieler ein Trikot von einem Sportverein aus Deutschland. Dem musste ich natürlich noch ein Foto schicken. Wie ist das bloß nach Tamale gekommen? Am Nachmittag habe ich schließlich sehr viel Hunger und frage die Schulgründerin, ob ich mit der anderen Praktikantin zum Essen fahren kann. Wir fahren mit dem Dreirad zu einem Inder, bei dem ich schon einmal war, und bringen der Familie der Schulgründerin auch Essen mit. Leider kommt es etwas später an, denn der Rückweg gestaltet sich nicht ganz einfach. Bis uns ein Dreirad vom Restaurant abholt, dauert es zwei Stunden.
Trotzdem können wir uns das Highlight noch ansehen. Die Tochter der Schulgründerin spielt gegen die beste Spielerin aus Ghana. Die Organisatoren freuen sich so sehr über den Nachwuchs, dass sie uns zu einer Feier mit Siegerehrung am Abend einladen. Wir fahren also schnell ins Hotel, ziehen uns für den Abend um und dann geht es auch schon zu den Feierlichkeiten. Es werden Reden gehalten und Preise verliehen. Sogar die Tochter der Schulgründerin gewinnt zwei Geldpreise. Anschließend gibt es kurz vor Mitternacht Essen und es wird getanzt. Ein spannender Tag geht zu Ende und wir fahren zurück ins Hotel.

Nach nur zwei Stunden Schlaf geht es weiter in den knapp drei Stunden entfernten Mole-Nationalpark. Dort machen wir mit dem gesamten Team von Tischtennis eine Safari. Auch wir Praktikantinnen sind eingeladen. Es geht noch im Dunkeln los. Nach einer Weile halten wir an einer Kirche, da es zu gefährlich ist, im Dunkeln zu fahren. Wir warten hier nun eine knappe Stunde und hoffen, es noch pünktlich in den Nationalpark zu schaffen. Wir erreichen den Park gerade noch rechtzeitig und machen endlich die Safari. Mit einem Jeep fahren wir zu einem Wasserloch und sehen Elefanten, die baden. Nach der Safari wollten wir eigentlich direkt bei dem Nationalpark in einem Hostel übernachten. Ich sollte im Namen aller die Unterkunft buchen, da die zehnstündige Rückfahrt auf den Straßen übermüdet zu gefährlich ist. Die Schulgründerin ist aber fit genug, hält bei dem netten Besitzer, der auf uns wartet, an und sagt unsere Buchung ab. Die Rückfahrt beginnt. Erneut fahren wir über die Straßen, die wir bereits kennen, vorbei an traditionellen Dörfern und Lkws, die am Straßenrand stehen oder liegen. Einer ist umgekippt und hat seine Wasserpäckchen verloren, die nun auf der ganzen Straße liegen. Die Schulgründerin erzählt, dass das Besondere an Ghana ist, dass sich im Falle eines Unfalls alle um einen kümmern. Denn Krankenwagen gibt es kaum. Dann hält jemand an und nimmt einen mit. Wir fahren den ganzen Tag, bis es dunkel wird und wir uns ein Hotel suchen müssen, da wir nicht im Dunkeln fahren können. Am nächsten Morgen geht es weiter. Auf dem Weg kaufen wir drei verschiedene Sorten Mangos, die sehr süß schmecken, und Avocados. Schließlich kommen wir alle wohlbehalten an der Schule an, wo wir vom Ehemann der Schulgründerin mit traditionellem ghanaischem Essen empfangen werden. Das Beste fehlt noch: Ich habe einen Block vom Tischtennisverein mit passendem Stift bekommen. Das perfekte Andenken an die Reise!