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Welcome Muzungu!

Uganda – „Die Perle Afrikas“ wie es einst von Winston Churchill bezeichnet wurde. Und ja, es ist traumhaft schön hier. Selbst in der großen unüberschaubaren und Menschen überfüllten Hauptstadt Kampala sieht man überall Bäume. Und fährt man übers Land, ist es zu allen Seiten hin grün. Landschaftlich hat das Land definitiv einiges zu bieten!

Aber auch die Menschen hier sind sehr freundlich, hilfsbereit und wirken, trotz der im Vergleich zu Deutschland meist ärmlichen Verhältnisse, glücklich.

Daran, auf der Straße ständig gegrüßt zu werden, musste ich mich allerdings erst gewöhnen. Meist erfolgt das durch ein „Hello Muzungu. How are you?“ oder „Hello Muzungu. Where are you going?“.

Muzungu ist die Bezeichnung für weiße Menschen. Da hier weiße Haut gleich Geld bedeutet, kommt es auch vor, dass ich gezielt nach Geld gefragt werde. Das passiert aber doch sehr selten. Zu Beginn fand ich es sehr nervig als Muzungu bezeichnet zu werden, doch mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und auch wenn wir es in Deutschland wohl als Rassismus bezeichnen würden, ist es hier nunmal einfach eine Bezeichnung für weiße Menschen, die von den meisten Ugandern ohne bösen Hintergedanken benutzt wird.

Ich habe bereits fünf Wochen hier verbracht. Zwei Tage die Woche bin ich immer an einer öffentlichen Schule, zwei Tage an einer privaten Schule und einen Tag im Projekt.

Rainbow House of Hope

Da das Projekt „Rainbow House of Hope“ gerade seinen Standort von Kampala nach Maya verlagert, gibt es hier nicht so viel für mich zu tun. Trotzdem genieße ich meine Tage im Projekt sehr, da ich hier einen sehr guten und intensiven Einblick in die gesellschaftlichen Strukturen, die alltäglichen Herausforderung der Menschen hier und vieles mehr erhalte. Das Projekt kann als eine Art Jugendzentrum bezeichnet werden. Es vermittelt Kindern und Jugendlichen Fähigkeiten im Nähen, Musizieren, Anbauen von Pflanzen, einigen handwerklichen Tätigkeiten. Über Sponsoren (viele aus Deutschland) übernimmt es auch das Schulgeld für im Moment ca. 40 Kinder.

Mirembe School

Mirembe School ist eine staatliche Schule in einem äußeren Stadtteil von Kampala. Hier unterstütze ich eine Lehrerin in der 2. Klasse. Die 105 Schülerinnen und Schüler in der Klasse sind durchaus gewöhnungsbedürftig. Vor allem herrscht dort so gut wie nie vollkommene Stille. Wie man es schafft die Aufmerksamkeit aller Schülerinnen und Schüler zu bekommen? Ich weiß es nicht.

Aber ich versuche mein Bestes! Meistens halte ich ein oder zwei Stunden in Englisch. Da hier alles sehr spontan abläuft und sie das hier mit der Vorbereitung nicht so haben, ist das immer eine spontane Sache, aber es funktioniert! Auch meinen Unterrichtsstil musste ich anpassen. Denn um so mehr ich rede, um etwas zu erklären, umso weniger hören mir die Kinder zu. Zwangsläufig bin ich daher (wie die Lehrer hier) dazu übergegangen, die Kinder die Dinge die ich sage oder erkläre, wiederholen zu lassen. Das stellt zumindest sicher, dass die meisten Kinder aufpassen.

Meine Hauptbeschäftigung stellt das Korrigieren der Hefte der Kinder dar. Denn nach fast jedem Hefteintrag bekommen sie einige Übungsaufgaben gestellt. Und diese werden alle korrigiert. Das nimmt bei 105 Schülerinnen und Schülern einige Zeit in Anspruch. Und dabei sind 105 Kinder in einer Klasse noch vergleichsweise wenig. Die meisten anderen Klassen der Schule umfassen um die 140 Kinder.

St. Gabriel Nursery and Primary School

Einen starken Kontrast zur staatlichen Schule stellt die private St. Gabriel Nursery and Primary School dar. Da sie erst 2019 eröffnet und coronabedingt von 2020 bis 2022 geschlossen war und nun erneut starten muss, sind die Zahlen der Schülerinnen und Schüler in den Klassen sehr gering.

In der dritten Klasse, in der ich die meiste Zeit verbringe, sind es beispielsweise nur sieben Kinder. Hier bin ich eher unterstützend tätig und halte selbst nur in Krankheitsfällen einer Lehrkraft Unterricht. Meistens setze ich mich zu einem Jungen mit einer Lernschwäche und helfe ihm dabei seine Aufgaben zu erledigen.

Durch die unterschiedlichen Einsatzorte ist es manchmal schwierig vollkommen integriert zu werden und sich voll einbringen zu können, aber ich erhalte dadurch sehr viele verschiedene Eindrücke, worüber ich sehr dankbar bin!