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Rainbow House of Hope Uganda

Mein 3-monatiger Aufenthalt in Uganda neigt sich langsam aber sicher nun dem Ende zu. Tatsächlich bleiben mir nur noch 3 Wochen hier in Kampala, bevor es für mich auf meine kleine Reise durch das wunderschöne und sehr grüne Land Uganda geht, das zurecht „The Pearl of Africa“ genannt wird. Kampala ist die Hauptstadt von Uganda und liegt direkt am Viktoria See, dem zweitgrößten See der Erde. Somit ermöglicht ein knapp 15-minütiger Spaziergang von meinem zuhause auf den nahegelegenen Buziga Hill eine unglaubliche Sicht auf die Stadt und den Lake Victoria!

Um einen besseren Einblick in mein Leben hier zu geben würde ich liebend gerne berichten wie ein typischer Tag von mir aussieht, das ist aber nicht ganz so einfach, denn ganz schnell habe ich hier gelernt, dass kein Tag derselbe ist und man durch die Spontanität (und oft auch Planlosigkeit) der Ugander jeden Tag aufs Neue überrascht wird. Zeitangaben und Termine dienen hier halt doch eher nur zur groben Orientierung und werden daher selten eingehalten. Einerseits bedeutet dies, dass man eine gute Portion Geduld an den Tag bringen muss. Andererseits erlebt man durch diese ständigen Überraschungen jeden Tag neue Erlebnisse, die sich im Nachhinein als unvergessliche Erfahrungen erweisen. So endete ich beispielsweise am „No school uniform day“ mit geschätzten 200 Kindern und den Lehrern zu afrikanischer Musik tanzend in einem Klassenzimmer. Keinesfalls hätte ich das noch am selben Morgen erwartet, doch werde ich dieses einmalige Erlebnis niemals vergessen. Natürlich haben mich alle Kinder im Tanzen definitiv geschlagen, denn wenn jemand tanzen kann, dann sind es die Ugander und auch schon die ganz Kleinen!!

Trotz alle dem habe ich doch für mich einen relativ geregelten Wochenablauf entwickelt. Somit besuche ich zwei Tage die Woche eine staatliche Grundschule, zwei weitere Tage eine private Grundschule und einen Tag verbringe ich entweder komplett im Rainbow House, oder halte ich mir für Workshops frei, die ich gemeinsam mit anderen Freiwilligen gestalte. Uns war es möglich im Rahmen der Workshops beispielsweise Zahnbürsten, Moskitonetze, Schulbücher oder auch AfriPads (wiederverwendbare Damenbinden) an Schulen und verschiedenen Gemeinden zu verteilen!

Die staatliche Grundschule ist mit dem Boda (Motorradtaxi) in knapp 10 Minuten erreichbar. Das ist zwar nicht das sicherste Verkehrsmittel, dennoch eine sehr günstige und zeitsparende Variante, vor allem im verrückten Verkehrschaos von Kampala! An der Schule kommen die meisten Schüler aus sehr armen Verhältnissen, da dort die Schulgebühren mit umgerechnet 60€ im Jahr relativ günstig sind. Eine Klassengröße von 80-100 Kindern ist hier ganz normal, was das Unterrichten für mich nicht unbedingt einfacher gestaltet. Üblich ist ein klassischer Frontalunterricht, der aus dem Vortrag des Lehrers und dem anschließenden Abschreiben eines Textes, entweder aus dem Buch (falls vorhanden) oder von der Tafel, besteht. Ich unterrichte Sport und übe außerdem gezielt mit schwachen Kindern in kleineren Gruppen (dann also 30 Kindern) das Lesen und Schreiben der englischen Sprache.

In der privaten Grundschule, die wie fast jede GS hier einen Kindergarten beinhaltet, beschäftige ich mich hauptsächlich mit den 3-5 Jährigen. Wir üben spielerisch den Kindern Englisch beizubringen. Zwar ist das nicht die Altersgruppe, mit der ich sonst arbeite, aber es macht einfach unglaublich Spaß und die Kleinen schenken einem so viel Liebe! Außerdem studiere ich als Hauptfach Englisch für GS, also ist der Stoff gar nicht so weit hergeholt und die meisten Spiele kann man auch problemlos in der Grundschule spielen!

So, nun aber zum Rainbow House of Hope, von dem ich noch gar nichts erzählt habe. Gegründet wurde das RHU von Micheal Mwase, bei dessen Familie ich hier in einem wunderschönen kleinem Apartment mit Balkon lebe. Geboten wird vor allem Jugendlichen einen Beruf zu erlernen, um finanziell unabhängig leben zu können. Mögliche Ausbildungen sind zB.: Schreiner, Schneider oder Frisör. Außerdem bietet das RHU einen Ort für Kinder, an dem sie Spielen, Musik machen, Tanzen, aber auch Lernen können. Da momentan Schulferien sind verbringe ich gerne Zeit dort, um mit den Kindern zu spielen, oder sie auch in einzelnen Fächern zu unterrichten.

Insgesamt kann ich sagen, dass Uganda ein wunderschönes Land ist mit super leckerem Essen, wahnsinnig aufgeschlossenen und gastfreundlichen Menschen ist, welches zudem mit einer beeindruckenden Landschaft gesegnet ist! Ich habe in der vergangenen Zeit so unglaublich viel über das Land, dessen Kultur, aber auch über mich selbst gelernt und schätze diese einmalige Erfahrung sehr!

Jetzt freue ich mich auf meine letzten Wochen im sonnigen und grünen Uganda, bevor es wieder zurück ins kalte Deutschland geht 😉

Lucia