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Hobart College, eine Schule am anderen Ende der Welt

Kaum zu glauben, aber ich bin jetzt schon fast drei Wochen hier. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug – jeden Tag hat man so viele neue Eindrücke, es gibt so viel zu sehen in und um Hobart.
Als ich an einem Samstag angekommen bin, hat mich Caroline, die Deutschlehrerin der Schule, abgeholt und mir das College gezeigt. Zuerst dachte ich, ich würde mich niemals hier zurechtfinden, aber nach den ersten paar Tagen, war es überhaupt kein Problem mehr, das richtige Klassenzimmer zu finden. Da es erst Samstag war, hatte ich noch zwei Tage Zeit, um richtig anzukommen und mich ein wenig einzuleben. Meine super nette Gastfamilie hat mich auch gleich mit offenen Armen empfangen und mir ein wenig die Umgebung gezeigt. Außerdem hat man von deren Wohnzimmer wohl einen der besten Ausblicke auf Hobart und dessen Hafen. Gleich am ersten Tag war ich auch schon mit meinem Gastbruder am Strand und im Meer (das hab ich mir allerdings wärmer vorgestellt). Da hier alle sehr gastfreundlich und offen sind, fühle ich mich seit dem ersten Tag wohl und genieße die Zeit in vollen Zügen!
Am Montag war dann mein erster Schultag, der erst um 10 Uhr begann und insgesamt sehr entspannt war. Man hat mir nochmal das ganze College gezeigt und einige Lehrer vorgestellt. Außerdem wurde mein Stundenplan nach meinen Wünschen zusammengestellt, weshalb ich jetzt neben Deutsch auch noch in Mathe helfe (mein zweites Fach) und die Fächer Sport und Outdoor Education besuche. Meiner Meinung nach sind das die beiden besten Kurse, um die Umgebung und die Natur um Hobart besser kennenzulernen: wir gingen bereits Schnorcheln, Schwimmen, Surfen und machten einen Bushwalk. In Deutsch helfe ich den Lehrern bei der Korrektur von Tests, hospitiere im Unterricht oder führe einen Teil der Unterrichtsstunde selbst durch. Meistens über die deutsche Kultur, damit die Schüler einen besseren Einblick in das Leben in Deutschland bekommen. In den Pausen bin ich meistens im Lehrerzimmer der Fremdsprachen mit dabei. Auch hier sind die Lehrer sehr nett und aufgeschlossen und versuchen, mir alles zu erklären, worüber sie gerade sprechen, und mich ins Gespräch mit einzubinden. Es ist eine sehr lockere Atmosphäre und es werden auch andere Dinge als nur Schule besprochen, was mir einen guten Einblick in die australische und tasmanische Lebensweise und Kultur gibt. Sie fragen mich viel über Deutschland und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Schulwelten und Lebensweisen, sodass immer ein nettes Gespräch zustande kommt.
Neben den „gewohnten“ Fächern gibt es hier auch noch Fächer wie Architektur, Fotografie und Glasdesign, welche die Schüler auf die spätere Arbeitswelt oder ein Studium vorbereiten sollen. Inklusion spielt in Australien und besonders am Hobart College eine große Rolle, weshalb es hier spezielle „life skill“-Klassen gibt, in denen Schülern mit Handicap einige Grundlagen beigebracht werden. Wenn ein Schüler mit Handicap darüberhinaus noch bestimmte Kurse besuchen will, geschieht das mit einer Begleitperson, sodass sowohl der Schüler als auch der Lehrer in dieser Situation Unterstützung bekommt.
Wie vermutlich alle Praktikanten, habe auch ich die Wochenenden genutzt, um Tasmanien, bzw. die Umgebung von Hobart, besser kennenzulernen. Meine Gastfamilie machte Ausflüge mit mir und zeigte mir ein paar „Geheim-Tipps“. Des Weiteren habe ich die Stadt und die typischen Touristenattraktionen auf eigene Faust erkundet. Und was soll ich sagen: es ist ein Traum! Neben dem Stadtleben auf der einen Seite gibt es hier auch viele schöne Strände, an denen man entspannen kann. Aufgrund der Lage von Hobart, muss man auch nicht weit fahren, um Bushwalks zu machen (wie zum Beispiel auf den Mount Wellington).
Auch wenn das Wetter anders ist als ich es mir vorgestellt habe – sehr abwechslungsreich und „kälter als gedacht (um die 20 Grad), fühle ich mich hier sehr wohl und genieße die Zeit. Ich bin schon gespannt, was die nächsten 4 Wochen noch mit sich bringen!

Bushwalk mit der Sportklasse zu den Snug Falls
Kängurus im Bonorong-Park