Indien,  Samakhiyali

Indien fuer Anfaenger

Ankunft Mumbai: Nach einem stundenlangen Flug und dem Kampf durch den Buerokratiedschungel der indischen Behoerden werden wir freudig von Rev. Sanjay Gawali und seinem Sohn Sumeet empfangen, bei deren Familie wir unsrere erste Woche in Mumbai verbringen. Um erstmal in Indien anzukommen, nutzen wir diese Woche zum ausgiebigen Sightseeing und treffimageen einige Leute der Nazarene Church die uns neugierig aufnehmen. Zwischen chaotischen Taxifahrten (man landet beim Abbiegen schonmal im Gegenverkehr und ohne Hupen geht hier sowieso nichts), aufregenden Zugfahrten zwischen bunten Saris, neugierigen Blicken und gefuehlten 100 Fotos mit Indern finden wir bei Familie Gawali immer einen Ruhepol.

Allerdings sind wir nach dieser Woche doch froh aufs Land zu kommen, denn Mumbai ist sicher viel, nur nie leise. Also ab in den Nachtzug, mit Schulmanager Solomon treten wir unsere Reise in das ca. 7000-Einwohner-Dorf Samakhiyali am Rand der Wueste an.

Die Nazarene English Medium School ist eine kleine Schule etwas ausserhalb des Dorfes. Die Schueler sind zwischen 3 und 16 Jahren alt und empfangen uns begeistert, als sie uns sehen und wir muessen unzaehlige kleine Haende schuetteln.

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Die ersten Tage in der Schule sind eine grosse Herausforderung fuer uns. Wir bekommen eine kleine Instruktion von Solomon, werden von der Schulleiterin Neena allen Klassen vorgestellt und schon stehen wir mitten im Schulalltag. Wir werden in eine Klasse gestellt, erwartungsvolle Augen schauen uns an und jetzt: teach! Das ist einfacher gesagt als getan, denn wirklich viel Englisch spricht hier keiner, besonders nicht die juengeren Kinder. Allerdings koennen sie wundervoll wiederholen was man ihnen vormacht. Also singen wir, klatschen, bewegen uns und malen und basteln – eben all das, was man ihnen mit Haenden und Fuessen irgenwie vermitteln kann. In den hoeheren Klassen wird die Kommunikation dann schon leichter. Hier gibt es pro Klasse meistens zumindest ein paar Schueler, die uns halbwegs verstehen. Sogar ein paar einfache Englisch-Stunden sind moeglich. Auffallend ist, dass sie in ihrem regulaeren Unterricht wohl kaum zum Englisch-Sprechen aufgefordert werden und ein einfaches Lehrer-Schueler-Gespraech schon eine willkommene Abwechslung ist.

Die Schueler sind was uns und unsere Kultur angeht sehr interessiert, weswegen ein Projekttag ueber Deutschland schon in Planung ist.

So langsam kriegen wir den Schulalltag raus (was gar nicht so einfach ist, da unser Stundenplan jeden Tag wechselt und wir immer wieder gespannt sind, welche Klasse uns diesmal erwartet). Wir leben uns hier ein und finden raus, wie, trotz der grossen Sprachbarriere, bei den Schuelern (und Lehrern) ankommt, was wir erreichen wollen.

Naechste Woche stehen die Abschlusspruefungen der zehnten Klassen an. Die anderen Klassen haben an diesen Tagen vormittags frei, und dafuer Nachmittags von 14-17 Uhr Unterricht. Wir werden diese Tage nutzen, um mit den 6.-9. Klassen „English Conversation“ zu machen, um ihre Sprachpraxis zu trainieren.

Solomon steht uns mit Rat und Tat staendig zur Seite, seien es organisatorische Fragen, Planung von Ausfluegen und Reiserouten, Ticketkaeufe, Essen etc..

Also hat er uns nach dieser aufregenden ersten Schulwoche auch gleich mal einen einen Ausflug in die Wuestenstadt Bhuj und den angrenzenden Rann of Kutch empfohlen. In der Salzwueste wurden wir vor der Kulisse eines traumhaften Sonnenuntergangs von einer indischen Familie zum Picknick eingeladen. Es wurde viel gegessen und gelacht, auch wenn wir kaum ein Wort verstanden haben. Gastfreundschaft wird hier ganz gross geschrieben und ein grosser Dank schnell abgewunken, was uebrigens auch fuer unsere Versorgung in der Schule gilt. Wir sind hier auf dem Schulgelaende in der Nachbarschaft der anderen Lehrerfamilien untergebracht. Jeden Tag wird fuer uns mitgekocht und wenn wir unsere Nachmittage zeitweise mit der Unterrichtsvorbereitung im „Office“ verbringen, weil es hier den einzigen internetfaehigen Computer gibt, werden wir immer mit suess-wuerzigem Chai versorgt.

Wir fuehlen uns hier herzlich aufgenommen und wohl, auch wenn es zwischendurch kleinen Aufregungen, wie Schlangen im Garten, gibt. Zwischen Katzen, Hunden und natuerlich der klischeehaften Kuh im Garten sind wir mittlerweile wirklich angekommen und freuen uns auf unsere naechsten Wochen und Projekte.

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Namaste aus der Hitze am Rande der Wueste von Sarah und Laura