Allgemein,  Porto,  Portugal

Alles hat ein Ende ….

… leider! Morgen ist schon mein vorletzter Schultag hier in Portugal und somit ist mein Praktikum hier so gut wie am Ende angekommen. Die letzten Wochen in der Schulen waren nochmal richtig schön und ereignisreich, zum Beispiel durfte ich für die 4. Klasse eine Unterrichtsstunde zum Thema Pflanzen vorbereiten und halten. Es hat mega Spaß gemacht und auch mit dem Englisch erstaunlich gut geklappt! Ich habe hier während meiner Zeit bei einigen SuS wahnsinnige Fortschritte beim Englisch lernen festgestellt, mittlerweile begrüßen mich die Kleinen sogar schon auf Englisch anstatt auf Portugiesisch 🙂

Pflanzen und die Funktionen ihrer Bestandteile

Heute hat sich im Kindergarten und in der Grundschule alles um das Thema Ostern gedreht. Da Portugal generell ein sehr religiös geprägtes Land ist, wird Ostern hier recht groß gefeiert und natürlich auch in der Schule thematisiert. Mit den Kindern aus dem Kindergarten haben wir heute eine Ostereiersuche veranstaltet, was soo Spaß gemacht hat. Wir haben zuerst ein bisschen was über Ostern und die Traditionen davon gelernt und anschließend durften die Kinder im Garten Schokoeier suchen … Ich muss auch sagen, dass mir die Arbeit im Kindergarten super viel Spaß gemacht hat und auch wenn es später nicht mein Berufsfeld ist, war es dennoch auch total interessant, mit noch jüngeren Kindern zu arbeiten, weil es doch nochmal komplett anders ist als in der Grundschule. Meine Betreuungslehrkraft kommt einmal pro Woche in den Kindergarten und hat dann dort in allen drei Gruppen „Englischunterricht“ (es ist nicht wirklich Unterricht, sondern mehr spielerisches Kennenlernen der englischen Sprache). Die Kinder sitzen hierfür meist in einem Sitzkreis und es ist alles recht locker, weil sich die Kleinen natürlich auch teilweise noch nicht lange konzentrieren können. Darauf wird auch wirklich Rücksicht genommen. Teilweise sind da auch 2- jährige Kinder dabei und wenn die lieber etwas spielen wollen, ist das auch vollkommen in Ordnung! Generell habe ich das Gefühl, dass hier wirklich versucht wird, sehr individuell auf alle Kinder und Jugendlichen einzugehen (sowohl im Kindergarten als auch in der Grund- und Sekundarschule)!

An den letzten Wochenenden habe ich auch noch einige Ausflüge unternommen und so nochmal mehr von Portugal gesehen 🙂 Besonders gut hat es mir in Aveiro gefallen, eine Lagunenstadt ca. 1h südlich von Porto. Die Stadt wird auch häufig als das „Venedig“ Portugals bezeichnet, weil es dort auch ganz viele Kanäle und Gondeln gibt.

Ganz in der Nähe von Aveiro befindet sich ein kleines Fischerdorf namens Costa Nova, welches vor allem für seine vielen bunt gesteiften Häuser bekannt ist. Auch dorthin habe ich einen kurzen Abstecher gemacht und mich direkt in die süßen Häuser verliebt … 🙂

Aveiro
Die bunten Häuser der Costa Nova

Es gibt auch zahlreiche Strände in der Nähe von Porto, die sich total einfach mit dem Zug erreichen lassen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind hier auch echt günstig und das Netz echt super gut ausgebaut (ich war echt positiv überrascht!). Ein wunderschöner Strand den man ca. in 30 Minuten von Porto erreicht ist in Espinho. Hier sind (wie an den meisten Stränden Portugals) super viele Surfer unterwegs und man kann einfach entspannen und das Leben genießen … 🙂 An den Wochenenden habe ich wirklich sehr viel Zeit an Stränden verbracht, weil man es natürlich ausnutzen muss, wenn man nur 30 Minuten davon entfernt ist … und die Portugiesen verbringen auch sehr gerne Zeit am Meer und gehen auch bei 15 Grad Außentemperatur teilweise schon baden. 😮

Praia de Espinho

Aber neben der Küste kann man auch im Land sehr viel entdecken. Besonders gut hat mir dabei die Duoro Region rund um den Rio Duoro (Fluss) gefallen, die zum UNESCO- Weltkulturerbe gehört und Heimat des berühmten Portweins ist! Ich bin mit meiner Betreuungslehrkraft mit dem Auto einen Tag lang auf den vielen (sehr) kurvigen Straßen unterwegs gewesen und hab dabei die wunderschöne Landschaft dieser Weinregion bewundert! Noch schöner ist die Gegend laut der Lehrerin im Herbst, wenn alle Blätter sich bunt verfärben, das kann ich mir wirklich sehr gut vorstellen. Natürlich haben wir auch Portwein probiert (würde ich auf jedem empfehlen, der hier in der Gegend ist). Portwein ist um einiges stärker als „normaler“ Wein (Alkoholgehalt zwischen 19 und 22%) und schmeckt dadurch auch um einiges stärker, aber er ist wirklich sehr gut und schmeckt sehr süßlich. Der Wein wird im Duoro Tal angebaut und dann in den vielen Portweinkellern in Vila Nova de Gaia (Stadt gegenüber von Porto) gelagert. Dort werden auch zahlreiche Führungen und Portwein- Verkostungen angeboten und das ist auf jeden Fall ein Muss, wenn man in dieser Gegend hier ist!

Duoro Weinregion
Portwein

Jetzt ist meine Zeit hier fast zu Ende.. Ich möchte an dieser Stelle nochmal ein kurzes Fazit zu meinem Aufenthalt und generell zu Auslandsaufenthalten schreiben, weil ich glaube, dass das vielen zukünftigen Praktikant*innen auch helfen könnte, die sich noch unsicher sind, ob sie so etwas machen sollen oder nicht.

Ich finde, dass es eine wahnsinnig tolle Gelegenheit ist, so eine Erfahrung im Ausland machen zu können und ich bereue die Entscheidung wirklich überhaupt nicht! Man wächst im Ausland so über sich selbst hinaus und blickt einfach mal über den Tellerrand! Ich finde es total wichtig, mal aus seiner Komfortzone heraus zu kommen und Neues zu sehen und das tut man bei einem Auslandspraktikum auf jeden Fall! Ich habe hier so viele tolle Menschen kennengelernt und bin viel sicherer in vielen Dingen geworden (z.B alleine Ausflüge machen, vor einer Klasse stehen, Englisch sprechen …). Dieses Praktikum hat mich in sehr vielen Bereichen wahnsinnig weiter gebracht und ich werde von all den Erfahrungen hier noch sehr lange profitieren. Ich würde jedem raten, einfach mal aus den gewohnten Strukturen auszubrechen und ins Ausland zu gehen! Natürlich ist so etwas auch immer mit vielen Ängsten und Unsicherheiten verbunden (das hatte ich auch, v.a in Bezug auf die Sprache), aber die sind meistens unbegründet und auch im Ausland lassen sich Probleme genau wie in Deutschland regeln! Ich würde ein Auslandspraktikum immer wieder machen und auch das Projekt in Portugal würde ich zu 100% weiterempfehlen, v.a weil man in alle Altersklassen reinschnuppern kann, sehr viel selbst ausprobieren darf und die Betreuungslehrkraft sich so viel Zeit für einen nimmt.

Ich habe alles hier in kürzester Zeit sehr ins Herz geschlossen und der Abschied in ein paar Tagen wird mir sicherlich schwer fallen …

Life begins at the end of your comfort zone

Neale Donald Walsch