Norwegen,  Tromsö

Das Paris des Nordens

Tromsø, das Paris des Nordens, ist ein tolles Ziel für ein Praktikum. Es ist die achtgrößte Stadt Norwegens und die größte Stadt im Norden des Landes. Ich habe mich wahnsinnig schnell eingelebt und mich gleich dem entspannte  Rhythmus der Menschen hier angepasst. Das Leben ist langsam hier… Und das macht es ziemlich angenehm.

Schule

Ich bin an der Sommerlyst Skole untergebracht. Diese weiterführende Schule, Ungdomsskole genannt, deckt die Klassen 8 – 10 ab. Nachdem ich Lehramt für Gymnasium studiere, ist dies äußerst praktisch für mich. Zuvor waren die Praktikanten hauptsächlich an Schulen der Klassenstufen 1 – 7 eingesetzt. Ich hatte großes Glück an die Sommerlyst Skole zu kommen – sie gilt als einer der Besten hier. Ich bin hauptsächlich im Deutsch- und Englischunterricht dabei, habe mir aber auch schon andere Fächer angeschaut, wie Sport und Kunst. Meine beschränkten Norwegischkenntnisse sind zum Glück kein Hindernis: Alle sprechen überragend Englisch! Es ist zwar etwas ungewohnt Deutsch auf Englisch für Norweger zu erklären, aber man gewöhnt sich daran 🙂

Sowohl von den Schülern als auch den Lehrern wurde ich super aufgenommen. Meine Schule ist sehr neu. So neu, dass noch gar nicht alles fertig ist. Jedes Klassenzimmer ist mit Whiteboard und Beamer ausgestattet und jeder Schüler erhält kostenlos einen eigenen Computer. Auch die Musik- und Kunsträume enthalten nur die neusten und besten Materialien. Unter den Lehrern herrscht ein super Zusammenhalt. Am Freitag war ein Treffen nur für die Männer der Schule. Es gab eine der traditionellen norwegischen Nationalspeisen: Fårikål und dazu Bier und Aquavit. Fårikål ist ein Gericht, dass aus Schaf/Lammfleisch, Kohl und Kartoffeln besteht. Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, aber echt lecker!

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Fårikål

Wandern

Simone hat in ihrem Beitrag ja schon viel über die Natur und Freizeit hier geschrieben (Tromsø 2.0). Ich hab dem noch eine tolle Erfahrung hinzuzufügen. Ich war bereits gute zwei Wochen vor Schulstart in Norwegen, um mit meinem kleinen Bruder wandern zu gehen. Wir sind in Kilpisjärvi/Finnland gestartet und dann durch das Dreiländereck Finnland/Schweden/Norwegen bis nach Innset/Norwegen gelaufen. 146 Kilometer in acht Tagen. Wir hatten die meiste Zeit sogar Glück mit dem Wetter und nur wenig Regen. Dennoch verlangt die Tour einem einiges ab. Häufig muss man durch Moore waten, einen 50 Meter breiten Fluss überqueren oder ziemlich steile Anstiege meistern. Auf der Tour gibt es immer wieder Hütten, in denen man übernachten kann. Diese sind allerdings nicht bewirtschaftet, sodass man seinen kompletten Proviant mitnehmen muss.

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Isdalen (Eistal)

Einmal haben wir uns sogar verlaufen, da die Markierungen fehlten. Knapp vier Stunden sind wir durch die Gegend geirrt, bis wir zufällig wieder auf den Weg stießen. Einen Tag später haben wir dann erfahren, dass wir im Gebiet mit der höchsten Bärendichte Norwegens die Orientierung verloren hatten…eine Übernachtung im Zelt hätte also spannen werden können.

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Hütte im Øvre Dividal Nationalpark

Dennoch kann ich jedem der die Natur liebt und kein Problem mit der Einsamkeit hat (oft sieht man mehrere Tage keinen Menschen) so eine Wanderung nur empfehlen. Die Eindrücke die man dabei gewinnt sind sehr eindrucksvoll. Hohe Berge, urwaldartige Wälder, karge Landschaften sowie Seen und Moore – für jeden Norwegenreisenden oder Praktikanten definitiv empfehlenswert!

Die Zeit hier ist leider schon fast wieder vorbei. Nur noch eine Woche Schule, dann geht es mit den Hurtigruten auf die Lofoten und anschließend nach Helsinki und Joensuu in Finnland.

 

Med hilsen fra Tromsø

Jan

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