Norwegen,  Oslo

„Komme på rett hylle“- seinen Platz finden…

So, jetzt ist also der letzte von drei Monaten hier in Oslo angebrochen. Es hat sich eigentlich nicht viel verändert, außer, dass ich jetzt natürlich noch mehr im „norwegischen Alltag“ angekommen und mir langsam nicht mehr sicher bin, was und wo“zu Hause“ eigentlich für mich ist? 😉

Die letzten Wochen sind wirklich verflogen (Ich weiß, das sag ich jedes mal, aber es stimmt einfach!). Das Leben hier ist inzwischen so „normal“ geworden: Ich denke und träume auf Englisch, hab mich (fast) schon damit abgefunden, wie teuer hier Alles ist und wunder mich kaum noch, wenn die ganze Nachbarschaft ihre Norwegen-Flagge hisst, weil die Familie von nebenan Nachwuchs bekommen hat. In Kongshavn bin ich komplett in das Schulleben eingebunden und mittlerweile kennen mich, glaub ich, wirklich alle SuS und die Kollegen sowieso. Man kann hier eigentlich kaum noch den Gang entlang gehen, ohne mit Fragen zur nächsten Stunde bombardiert, oder immer sehr höflich gegrüßt zu werden. Was will man mehr! 😉

Die Vorbereitungen für die Stunden fallen mir auch immer leichter und auch die ersten Schulaufgaben-Korrekturen und mündliche Prüfungen hab ich gut hinter mich gebracht. Natürlich geht ab und an immer noch was schief, und manche SuS testen noch regelmäßig ihre Grenzen bei „the German Fräulein“ aus, aber mei, das gehört wohl dazu. Und wie schon gesagt; mit Gelassenheit und Ruhe bekommt man hier eigentlich Alles hin!

Besonders viel Spaß macht die Arbeit mit der Berlin Klasse, die ich jeden Donnerstag von 16:30 – 18:30 Uhr unterrichte. Die SuS sind einfach unglaublich motiviert und wollen unbedingt so viel wie möglich vor ihrem Berlin-Jahr mitnehmen. Noch dazu sind alle 16 wahnsinnig interessiert an Kultur und Politik und machen es einem als Lehrer wirklich extrem leicht mit ihnen zu arbeiten. (Tolle Abwechslung zu manch anderer Klasse!! ;P ). Ich versuch deshalb möglichst viele Sprech-Aktivitäten einzubauen und wir haben schon eine virtuelle Stadt-Rallys gemacht, lesen Berlin-Blogs, schauen Poetry Slams, und die Tagesschau und diskutieren über Politik und Kulturunterschiede. Veldig bra!

Auch in Oslo selbst fühl ich mich richtig daheim. Jetzt, wo der Frühling langsam Einzug hält, verbringe ich natürlich so viel Zeit wie möglich in der Stadt, sitze in Straßencafés, gehe zu Flohmärkten, suche nach neuer Streetart, spaziere durch den Vigeland-Park, gehe auf Konzerte und treffe „meine Kongshavn-Mädels“. Aus den Kolleginnen sind inzwischen echte Freundinnen geworden und ich werde jetzt schon ganz traurig, wenn ich daran denke, dass ich in vier Wochen nicht mehr mit Marte kochen und ins Kino gehen kann, oder Camilla mich nicht mal wieder in die besten Second-Hand-Shops der Stadt schleppen wird. ;(

In den Osterferien haben mich meine Eltern besucht und jetzt kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass ich wirklich ALLES gesehen hab, was es in Oslo an Touristenattraktion zu sehen gibt. Nur das Herumreisen hier im Norden ist ein bisschen kurz gekommen bisher. Bis auf einen kleinen Trip nach Schweden und Trondheim habe ich leider noch nicht viel unternommen, aber das werde ich dann hoffentlich nach meinem letzten Arbeitstag am 29. April nachholen und euch im Mai davon berichten! 🙂

Bis dahin, haltet die Ohren steif ihr anderen Austausch-Lehrer !!

Ich schicke euch mange Hilsener fra Oslo 😉

Ha det,

eure Laura

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