Vier Wochen Vietnam und die Hälfte meiner Zeit hier ist schon vorbei, kaum zu glauben. Aber zurück zum Anfang: Meine Betreuerin Huong, die hier in Hai Phong das Deutschzentrum leitet an dem ich unterrichte, holte mich nach meiner Ankunft vom Flughafen ab und brachte mich direkt zu meinem neuen Zuhause, bei einer vietnamesischen Gastfamilie. Die Familie besteht aus der Gastmama Thuy, der Gastoma Cuc (die kein Wort Englisch spricht, aber wirklich ein Goldstück ist) und meinem Gastbruder Minh (13). Da meine Gastmutter die ersten Tage nicht in Hai Phong war, gestaltete sich das Leben in der Familie zu Beginn aufgrund einiger Kommunikationsprobleme etwas schwierig. Das hat sich aber schnell gelegt…
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Ein wahres Kauderwelsch
Langsam, ganz langsam findet der Frühling auch in Lettland Einzug. Noch etwas zögerlich, aber dennoch sichtbar vertreibt er den launischen Winter und lässt den Schnee schmelzen. Zurück bleiben große Pfützen und die Hoffnung auf den Beginn der warmen Monate, während die Sonne schüchtern hinter den dichten Wolken hervorspitzt und die ersten Schneeglöckchen aus der Erde lockt. Dieser Frühlingsanfang kam genau pünktlich zu den Ferien letzte Woche, was wirklich super war. Doch auch wenn ich nicht zur Schule musste, hatte ich nicht viel Freizeit. Denn das Jugendzentrum bot eine kreative Woche für alle Schüler in dieser Stadt an und ich hatte mich dazu entschieden, dort mitzuhelfen. Das war auch gut so,…
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Ruanda – „land of thousand hills“
Dieses kleine afrikanische Land an der Grenze zu Tansania, Uganda, Burundi und dem Kongo können wir seit gut 4 Wochen unser zu Hause auf Zeit nennen. Hier laufen nicht nur die Uhren ganz anders als in Deutschland, auch sonst ist das Leben nicht mit dem zu vergleichen, wie wir es gewohnt sind: Strom und fließendes (warmes) Wasser sind genau so wenig selbstverständlich wie geteerte Straßen oder auch Schuhe bzw. Kleidung. Natürlich gilt das nicht für die gesamte Bevölkerung, aber auf jeden Fall für die umliegenden Dörfer hier. Wir sind hier in einem Waisendorf – Hameau des Jeunes – untergebracht, das von Pater Hermann vor etwa 40 Jahren gegründet worden ist…
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Die (angebliche) Heimat des Bösen
Tag 28 von 45 fliegt im Eiltempo an mir vorbei. Ich kann kaum glauben, dass ich in zweieinhalb Wochen schon wieder in meinem Zimmer in Deutschland sitzen werde und alles, was von meinem Auslandspraktikum bleiben wird, die Erinnerung daran sein soll. Doch anstatt an die Zukunft zu denken, will ich lieber bis es soweit ist den Moment genießen und alle Erfahrungen mitnehmen, die ich machen kann. Denn es gibt so viel Neues zu lernen und mehr als tausend interessante Plätze zu erkunden. Und damit ich während meines Auslandspraktikums so viel wie nur irgendwie möglich von diesem Land sehe, reise ich sehr viel und verbringe gefühlt mehr Zeit im Bus und…
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Hei, hilsen fra Oslo!
Woche zwei ist jetzt rum und hier kommt der erste Blogbeitrag – taufrisch aus Oslo! Die ersten Tage: Im Vorfeld hatte ich gar nicht viel Zeit mich über das hübsche Städtchen Oslo zu erkundigen. Als Sarah und ich uns dann im Flieger durch Reiseführer gewühlt haben, stellte ich fest: Oslo hat wahnsinnig viel zu bieten! Ich habe mir schon eine endlose to-do Liste geschrieben, was ich noch alles erleben will in meinen 7 Wochen hier. Da wir am Samstag anreisten, beschloss ich das erste Wochenende einfach mal rein in die T-Bahn und los auf Erkundungstour zu gehen. Zunächst zog mich das Stadtzentrum an, so schlenderte ich über die Karl Johans…
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Velkommen til Norge!
München (MUC) – Oslo (OSL) Endlich war es so weit, Lisa und ich sind gemeinsam ins Flugzeug gestiegen und nach guten zwei Stunden Flug in Norwegens Landeshauptstadt gelandet. Meinen ersten Sonntag in Oslo habe ich damit verbracht, eine erste Erkundungstour durch die Stadt zu machen. Morgens war es so nebelig im Hafen, dass ich kaum sehen konnte, wo ich gelandet bin. Aber später konnte man bei Sonnenschein im Vigelandpark spazieren gehen. Mit einer Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel, die ich schon am Sontag im Flughafen Oslo-Gardermoen gekauft habe, ist man mobil und kann alle Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen im Stadtgebiet benutzen. Das ist praktisch, weil ich so einerseits zur etwas…
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Så fint!
„Så fint!“ ist eine der Phrasen, die ich seit meiner Ankunft hier in Norwegen vor etwa 12 Tagen am häufigsten gehört habe. Vorletzte Woche war ich bereits beim Landeanflug auf den Flughafen in Tromsø beeindruckt von der Landschaft, die ich von oben betrachten konnte. Es erstreckten sich schneebedeckte Berge soweit das Auge reichte. Am Flughafen empfing mich meine Gastmutter und wir fuhren zu meinem Zuhause für die nächsten Wochen. Nach einem kurzen Snack zeigte sie mir den Weg zu meiner Schule, der – wenn ich ihn zu Fuß laufen will – etwa 45 Minuten direkt über die Lysløipa (eine Skiloipe über die komplette Insel von Nord nach Süd) führt. Trotzdem…
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Labā diena no Rīgas!
Ich bin völlig überwältigt von den Eindrücken dieser Woche. Es wird hier zwar nie langweilig, doch diese Woche war besonders spannend für mich. Denn ich hatte das erste Mal die Möglichkeit, zu unterrichten und habe die Grundschule kennengelernt, welche von den Bewohnern Rūjiena schmunzelnd „kleine Schule“ genannt wird. Das finde ich schon ein bisschen witzig, denn die weiterführende Schule ist im Vergleich zu deutschen Schulen auch keine große Schule. Aber hier muss alles in einer anderen Dimension betrachtet werden, denn Lettland ist alles andere als ein großes Land. Als ich in der Grundschule ankam, wurde ich sofort (genau wie in der Rūjiena Vidusskola) sehr herzlich empfangen und gleich gefragt, ob…
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Eine Schulfeier und ein Trip nach Rėzekne
Es ist schon wieder Montag. Unglaublich wie schnell die Zeit hier vergeht! Etwas müde sitze ich nun hier in Rūjiena in der WG und denke an das vergangene, sehr ereignisreiche Wochenende. Am Freitag Abend feierten die Zwölftklässler der Rūjiena Vidusskola ihre vor sich liegenden Abschlussprüfungen und ich durfte dabei sein. Die Halle war sehr festlich geschmückt, jeder hatte sich für dieses Event schick gemacht und fast jeder Lehrer der Schule war anwesend. Zunächst fand ich es etwas seltsam, dass die Abschlussfeier vor den Abschlussprüfungen stattfand, doch das ist eine langjährige Tradition hier in Lettland. Genauso wie die Tatsache, dass die Abschlussklasse ein Theaterstück vorträgt, welches sie monatelang eingeübt haben. Dementsprechend…
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Meine erste Woche in Lettland
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel auf mich herab und das Wochenende erstreckt sich in seiner vollen Länge vor mir. Die besten Voraussetzungen, um die erste Woche hier in Lettland Revue passieren zu lassen. Ich bin letzte Woche Donnerstag in der ländlichen Stadt Rūjiena angekommen. Sie liegt im Norden des Landes, nahe der Grenze zu Estland und wird von den Einwohnern liebevoll als die lettischste aller lettischen Städte bezeichnet, da hier nur knapp 5% der Bevölkerung einer anderen Nationalität angehören. Als ich ankam war mein erster Eindruck: `Wow, ist das eine kleine Stadt`. Doch für die Menschen hier ist sie der Dreh- und Angelpunkt für alle umliegenden Dörfer, da sie…